Netzentgelte

Im liberalisierten Energiemarkt sind die Netzbetreiber verpflichtet, für die Netzdurchleitung sogenannte Netzentgelte zu erheben. Die dem Netzbetreiber zugestandene Erlösobergrenze sowie die Netzentgelte werden im Wege der Anreizregulierung bestimmt. Basis hierfür ist die Anreizregulierungsverordnung (ARegV). 

Ermittlung der Netzentgelte

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) mit Regelzonenverantwortung gem. § 3 Nr. 10a EnWG (50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW) stellen den Netznutzerinnen und -nutzern den Zugang zu ihren Netzen und zum gesamten Strommarkt diskriminierungsfrei zur Verfügung.

Über die Netzentgelte werden die erforderlichen Kosten für den bedarfsgerechten Ausbau und den sicheren Betrieb des Übertragungsnetzes gedeckt. Sie setzen sich aus einem Leistungspreis und einem Arbeitspreis zusammen. Der Jahresleistungspreis wird für die innerhalb eines Jahres aufgetretene Jahreshöchstlast berechnet, während über den Arbeitspreis die aus dem Netz entnommene elektrische Arbeit abgerechnet wird. Die Netzentgelte sind abhängig von der Netzebene des Netzanschlusses sowie der Benutzungsdauer der Stromentnahme, d.h. dem Verhältnis von Arbeit zu Leistung. Netzentgelte werden nur für die Entnahme von Strom erhoben, für Einspeisungen in das Netz fallen keine Netzentgelte an.

Einführung bundeseinheitlicher Übertragungsnetzentgelte

Mit der Verabschiedung des Netzentgeltmodernisierungsgesetzes (NEMoG) vom 17.07.2017 (BGBI. | S. 2503) und der Verordnung zur schrittweisen Einführung bundeseinheitlicher Übertragungsnetzentgelte vom 25.04.2018 wurden die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber dazu verpflichtet, ab dem Jahr 2023 einheitliche Netzentgelte für die Netzebene Höchstspannung und die Umspannebene Höchstspannung/Hochspannung zu erheben.

Das Preisblatt beinhaltet die vereinheitlichten Preisbestandteile des Leistungs- und Arbeitspreises der Übertragungsnetzbetreiber und die diesem Preisblatt zugrundeliegende gemeinsame Jahreshöchstlast. Die unternehmens-individuellen Preisblätter sind auf den Internetseiten des jeweiligen Übertragungsnetzbetreibers einzusehen. 

Vorläufige bundeseinheitliche Netznutzungsentgelte 2024* gem. § 14a StromNEV 

Benutzungsdauer< 2.500 h/a≥ 2.500 h/a


JahresleistungspreissystemLeistungspreis [€/kW x Jahr]Arbeitspreis [ct/kWh]Leistungspreis [€/kW x Jahr]Arbeitspreis [ct/kWh]
Höchstspannung (HöS)11,963,00 73,810,52
Umspannung (HöS/HS)20,032,7570,810,71





MonatsleistungspreissystemLeistungspreis [€/kW x Monat]Arbeitspreis [ct/kWh]

Höchstspannung (HöS)12,300,52

Umspannung (HöS/HS)11,800,71

Jahreshöchstlast

SpannungsebeneJahreshöchstlast in kW
Höchstspannung (HöS)39.569.512,51
Umspannung (HöS/HS)34.825.387,78

Folgend aufgeführt die Verlinkungen zu den Preisblättern der deutschen Übertragungsnetzbetreiber:

4-ÜNB Preisblatt 2024

Preisblätter Amprion GmbH

Preisblätter TenneT TSO GmbH

Preisblätter TransnetBW GmbH

Preisblätter 50Hertz Transmission GmbH

Die vorläufigen Netzentgelte 2024 sind unter Berücksichtigung eines Zuschusses gemäß einem Beschluss der Bundesregierung zur anteiligen Deckung der Übertragungsnetzkosten ermittelt worden. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung fehlt die gesetzliche Grundlage für diesen Zuschuss. Die vorläufigen Netzentgelte stehen daher unter dem Vorbehalt, dass die gesetzliche Grundlage bis zum 06.12.2023 vorliegt. Sollte am 06.12.2023 die gesetzliche Grundlage für die anteilige Deckung der Übertragungsnetzkosten fehlen, werden sich die endgültigen bundes-einheitlichen ÜNB-Netzentgelte für 2024 entsprechend erhöhen.