Redispatch-Maßnahmen

Redispatch ist eine Anforderung zur Anpassung der Wirkleistungseinspeisung von Kraftwerken durch den Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB), mit dem Ziel, auftretende Engpässe zu vermeiden oder zu beseitigen. Diese Maßnahme kann regelzonenintern und -übergreifend angewendet werden. Durch die Absenkung der Wirkleistungseinspeisung eines oder mehrerer Kraftwerke bei gleichzeitiger Steigerung der Wirkleistungseinspeisung eines oder mehrerer anderer Kraftwerke bleibt in Summe die gesamte Wirkleistungseinspeisung nahezu unverändert bei gleichzeitiger Entlastung eines Engpasses.

Durch die Festlegung der BNetzA (BK6-11-098) vom 30.10.2012 zur „Standardisierung vertraglicher Rahmenbedingungen für Eingriffsmöglichkeiten der Übertragungsnetzbetreiber in die Fahrweise von Erzeugungsanlagen“ sind die Übertragungsnetzbetreiber dazu verpflichtet, alle Anpassungen der Wirkleistungseinspeisung auf einer gemeinsamen Internetseite zu veröffentlichen.

Im Folgenden finden Sie entsprechend die von den vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern veranlassten, tagesscharfen Redispatch-Maßnahmen, die Anpassungen von in Deutschland angeschlossen Kraftwerken betreffen (Mittelwerte und Maximalwerte beziehen sich entsprechend auf die jeweiligen Tagesanteile). Bei grenzüberschreitenden Redispatchmaßnahmen mit Nachbarländern wird nur der Teil veröffentlicht, der sich auf Kraftwerke innerhalb Deutschlands bezieht. Grenzüberschreitende Handelsgeschäfte sowie Kraftwerksanpassungen im Ausland werden hier nicht veröffentlicht. Bei spannungsbedingtem Redispatch können Ausgleichsmaßnahmen der Systembilanz gemäß Festlegung auch über Börsengeschäfte getätigt werden. Bei gezielten Gegenmaßnahmen, die durch ergriffenes Einspeisemanagement notwendig sein können, werden hier nur die Anpassungen der Wirkleistungseinspeisung bei Kraftwerken veröffentlicht. Neben den genannten Gründen führen Bilanzabweichungen von Redispatcheinsätzen durch technisch bedingte Anfahr- und Abfahrrampen und börsliche Gegengeschäfte dazu, dass die veröffentlichten Redispatch-Energiemengen nicht ausgeglichen sein können.

  

Anfordernder- und Anweisender-ÜNB

Gemäß Festlegung der Bundesnetzagentur BK6-11-098 vom 30.10.2012 sind die deutschen ÜNB aufgefordert die Redispatch-Maßnahmen in den jeweiligen Regelzonen zu veröffentlichen. Bei der Umsetzung der Veröffentlichung haben die ÜNB das in der Verordnung bestätigte Prinzip des Anschluss-ÜNB angewendet, was bedeutet, dass derjenige ÜNB zuständig für die Veröffentlichung ist, in dessen Regelzone das Kraftwerk steht.

Dieser ÜNB verfügt über die zu veröffentlichenden Kraftwerksdaten, da er die Kraftwerke in seiner Regelzone anweist an der Redispatch-Maßnahme teilzunehmen. In diesem Sinn wird in der Veröffentlichung vom „anweisenden ÜNB“ gesprochen, der für den anfordernden ÜNB die Informationen zu Netzregionen und Grund der Maßnahme meldet.

Im Gegensatz dazu ist mit dem „anfordernden ÜNB“ der ÜNB gemeint, der den ursächlich für die Redispatchmaßnahme netztechnischen Grund (z.B. Netzengpass) in seiner Regelzone identifiziert hat und aktiv eine Redispatch-Maßnahme anfordert. Diese Anforderung wird bei direkt in seiner Regelzone angeschlossenen Kraftwerken direkt an die Kraftwerke ausgesprochen. Bei Kraftwerken in anderen Regelzonen wird die Anforderung mit der Bitte um Amtshilfe dem Anschluss-ÜNB des Kraftwerks übermittelt. Der Anschluss-ÜNB wird dann als anweisender ÜNB gegenüber dem Kraftwerk in seiner Regelzone tätig. Somit können anweisender und anfordernder ÜNB bei einem regelzonenübergreifenden Redispatch unterschiedlich sein. Während es stets für ein Kraftwerk nur einen „anweisenden ÜNB“ gibt, kann es jedoch mehrere „anfordernde ÜNB“ geben, wenn gemeinsame Leitungen (Grenzkuppelleitungen) betroffen sind. 

 

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